Freundschaft 

In aller Freundschaft, bei aller Liebe, zahlen wir getrennt oder wollen wir zusammen liegen? Beinahe beieinander. Aber dann doch dieses falsche Wort. Was will man eigentlich wirklich voneinander? Bestätigung? Anregung zur Aufregung?

Manch einer wähnt sich unter Freunden, Nichtangriffspack. Selbst mit Wohlwollen, Bereitschaft die Laute zu deuten, bleibt kein Inhalt über. Es bleibt beim Händchenhalten. Wenn es gut läuft.

Meist ist man dann doch nur Vergangenheitserinnerungsstarthilfe. Illusionen über Geisteszustände, Vergesslichkeit in Bezug auf Nichtiges. Ohne Alkohol nicht zu ertragen.

Warum schweigt man einfach nicht gepflegt drei Stunden lang?

AllesAufAnfang.txt

Die Hemmung endlich zu schreiben, als wären dort immerzu Augen, über die Schulter, in die Karten. Der große Seelenwunsch, hervorgespült zu werden, den Zufall zu beugen und bescheiden, aber innerlich brennend, Erwähnung zu finden, herausgehoben, ausgestellt, mit Geld überschüttet, in Gold aufgewogen: „Ich danke der Jury, meiner Familie, dem Hund und meiner rechten Hand, ohne die ich niemals.“ Da sind Bücher, Anleitungen, unruhige Blicke auf die Regale, unters Kinn, zur Kasse, kaufen oder kostenpflichtig bestellen. Ratgeber, wie es zu laufen hat. Der Klassiker „wie werde ich Millionär?“, übers Internet, 30€. Die Gedanken rauschen, ich bin doch ein menschliches Wesen, von Gott gewollt, wenn man an einen solchen Schmarrn glauben möchte, mit Bedacht ins Weltall geschissen, aber wahrscheinlich ein heiliger Unfall, Zufall. Und dann das Strampeln mit den vergänglichen Beinchen, jedoch auch immer wieder der Gedanke zum Gedanken, Meta, sich selber aufs Haupt spucken und zurück auf. Anfang. Die Kategorien, die Sprache, die Erde – sprengen, zerstreuen, auseinanderfinden und zusammentrennen. Und dann kommt die Stille, das Schlafen, die Beruhigung, nach dem Anfall, dem neuronalen Gewitter, der Überlast. Schnell den Fernseher befragen und in die Zukunft schauen, eine von vielen Realitäten – und denen, die Übelkeit empfinden, bleibt nur die schnöde, gebrauchte und abgenutzte Realität. Aber einer muss sich auch darum kümmern die Menschen zu versorgen. Es muss Ihnen der Popo abgewischt werden. Sie müssen gewendet werden, damit kein Dekubitus entsteht. Dafür hat man nach Feierabend den Badesee ganz für sich alleine. Es stellt sich Zufriedenheit ein. Das Nachtmahl duftet verführerisch. Aber ist es auch genug, ausreichend, zufriedenstellend?

Konjunktivland.txt

Leben im Konjunktivland. Da sein in der Möglichkeitsform, ohne jemals anzukommen, dafür die Zukunft so schön. Die Zukunft ist wunderbar, die Technik wird über alle Unzulänglichkeiten siegen, sie hat das Potenzial, seht euch doch mal nur das Internet an, jedoch: statt Hilfe nur Featureritits – schöner freudscher Vertipper, auch treffend. Die Handys könnten uns das Leben retten, aber leider sind sie so schnell veraltet, daß man sich nicht mit ihnen befreunden kann. Der Glaube an die Zukunft ist somit ein irriger – niemand kann darauf hoffen von Geräten erhört zu werden, die ihrerseits nur auf Befehle warten. So funktioniert Liebe nicht. Das sollte die Stunde unserer Generation sein. Die Menschen, die noch jung genug sind, daß sie die Faszination der Gadgets begreifen, aber alt genug, um die analoge Welt und ihre Benutzung noch mit eigenen Augen gesehen zu haben. Lasst uns uns einen Namen geben, fortan wollen wir die Analogisierer sein. Wir nehmen euch eure Spielzeuge weg, damit ihr erkennt, was man mit Leben meint. Und dann geben wir sie euch wieder und verlangen unseren gerechten Lohn dafür. Tagessatz plus Spesen. Und auf einmal wird deutlich, wie man wirklich große Dinge bewirken und erschaffen kann: durch Beschränkung. Doch predigen Sie mal einem Abhängigen! Der wird behaupten, daß er alles unter Kontrolle hat und ihre Dienste nicht benötigt, weil er sich schon selber darum kümmert. Und hier ist der harte Weg des Verzichts auch der unattraktive, denn: mit dem Gerät in der Hand und dem Auge auf dem Display fühlt sich Greti und Pleti als Teil der Gemeinschaft und durch das Wischen und Tippen als einen aktiven. Das Knöpfchendrücken und Verschieben von Icons, die Neugestaltung des Desktops, all dies sind Handlungen, die uns das beruhigende Gefühl geben, daß wir alles unter Kontrolle haben. Und dieses schöne Gefühl wollen wir doch nicht verlieren, besonders nicht angesichts der Weltlage, ausgelöste durch Menschen, die keine virtuellen Knöpfe drücken, sondern reale Türklinken und Hände. Der Putin steuert mittels Sprache seine Mitarbeiter und nicht sein Handy. Denn aus einem Werkzeug kommt nur soviel raus, wie du reinsteckst. Alles andere ist Ablenkung. Und so träumen wir offenen Auges davon, endlich wach zu werden. Einen Albtraum.

Ongoing

8hirsch öffnet sein ❤ und seine Hose
February 03, 2017 at 07:25AM:
Anfänge fangen an. Denkt man, dabei ist es nur ein Marker in einem Konstrukt, auf welches sich und du auch.

February 03, 2017 at 07:26AM:
Ergriffene Chancen, vertane Gelegenheiten. Villa reduziert sich aufs Wohnen, Gebäude und Bilder werden eingemottet.

February 03, 2017 at 07:27AM:

The bittersweet moment, when you realize, that now consequences arise from decisions made a long time ago. Foolish youth, mad present.

February 03, 2017 at 08:27AM:

Gedankenblasen, Selbstgespräche, diffuse Gefühle, mit Händen und Hirnen gegen die Fakten stemmen.

February 03, 2017 at 08:29AM:

Du hast nur begrenzte Einflußmöglichkeit.

February 03, 2017 at 08:30AM:

Sachen wollen gekauft werden, damit wir vergessen was wir sind.

February 03, 2017 at 08:32AM:

Oder Sex und Zuneigung konsumieren. Für das flüchtige Gefühl, die Verstärkung der Illusion. Selbstoptimierung.

February 03, 2017 at 08:34AM:

Das Heft in der Hand und bis zum selbigen hineinstoßen.

February 03, 2017 at 08:41AM:

Die Schuldgefühle bei der Verrichtung der evolutionären Zwangsläufigkeit.

February 03, 2017 at 08:43AM:

Wie Weihnachtsbäume behangen; Fleisch mit Narben und Dellen und Flecken und Falten, gut kaschiert, für alles eine Industrie.

February 03, 2017 at 08:45AM:

Auffüllen der Zeit. Auffüllen der Zeit. Auffüllen der Zeit. Auffüllen der Zeit. Auffüllen der Zeit. Auffüllen der Zeit. Auffüllen der Zeit.

February 03, 2017 at 08:46AM:

Macht es einen Unterschied?

February 03, 2017 at 08:47AM:

Trauer kommt, Trauer geht. Nach spätestens zwei Generationen ist sie nicht mehr vorhanden; vielleicht Anekdoten nur noch.

February 03, 2017 at 08:48AM:

Commuter computer 💻.

February 03, 2017 at 08:49AM:

Verehrung von Menschen, die mir so tun als ob. Sinnsuche in Geschichten.

February 03, 2017 at 08:51AM:

Zugehörigkeit durch Stoffstücke, die sich im Wind bewegen. Bis zum letzten Mann.

February 03, 2017 at 08:52AM:

Große Müdigkeit. Wir alle.

February 03, 2017 at 10:56AM:

Unter aller Sau.

February 03, 2017 at 05:13PM:

Nur weg.

February 03, 2017 at 05:14PM:

Entweder ausbeuten oder ausgebeutet werden.

February 03, 2017 at 05:17PM:

Unterwelt, Hades, immer einen Schritt voraus, Matsch Matsch, Stiefel 👢 und Schuh. Und jetzt denken sie wieder: welch Weitblick!

February 03, 2017 at 05:19PM:

Natürlich lässt es mit der Zeit nach. Dann kommt die Sehnsucht. Und es wird dunkel.

February 03, 2017 at 05:22PM:

Finger drückt auf Knopf, es tut sich was. Freude flutet feurig. Bei Unruhe einfach am Hebel ziehen, wirkt auch bei Säuglingen.

February 03, 2017 at 05:24PM:

Absaufen in Bildern und Bildermachmaschinen. Aber in der Ferne weint leise ein Chinese.

February 03, 2017 at 05:26PM:

Alles nicht echt, alles nicht da und weder du noch ich werden daran irgendetwas ändern.

February 03, 2017 at 05:26PM:

Vielleicht lasse ich einfach der Autokorrektur ihren Lauf. Für eine Weile. Ab. Jetzt.

February 03, 2017 at 05:27PM:

Die Debatte der Kunsthalle sind gesteinigt worden.

February 03, 2017 at 05:29PM:

Fett Hauptbahnhof läuft über vor Menschen, Reisenden, pullern und fahrenden Volk. Mir oder es egal, solange ich entspannen darf.

February 03, 2017 at 05:29PM:

Nur noch eine Station.

  

February 03, 2017 at 06:52PM:

Abwrackprämie. Im Test läuft hau Musik aus nur York. Alles nimmt seinen geregelten Lauf.

February 04, 2017 at 07:41AM:

Irgendwann besitzen die Dinge dich. Jetzt ist es soweit.

February 04, 2017 at 07:48AM:

Die Welle von Scheiße schwappt über mir zusammen.

February 04, 2017 at 07:59AM:

Die Powerbank pumpt neues Leben in meine anlasslose Handfessel.

February 04, 2017 at 08:02AM:

Ist hiermit kotzen gemeint? 💦

February 04, 2017 at 08:07AM:

Ich habe gerade einen Pfannkuchen gegessen. Ich bin wie du.

February 04, 2017 at 08:08AM:

RT @achthirsch: Es macht Sinn und du schaust mich mit großen Augen an. Dann kam das Lächeln; sicherlich lediglich professionell. #offlineImRucksack

/* ab hier neuer Blogeintrag */

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​Das Organ der Niedertracht
Vielen Dank an den Kaffeehaussitzer.

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#religion.txt
Eigentlich wollte ich einen lustigen Comic zum Thema ‚Religion‘ machen, aber das wird dem Ernst der Sache nicht gerecht.

#Religion

Religion ist eine Verwirrung des Geistes, eine Kapitulation des Verstandes vor den Kräften der intellektuellen Sedierung. Der Akt des Glaubens allein ist eines denkenden Wesens nicht würdig.
Religion ist ein Vehikel des Frauenhasses und der Bevormundung der Hälfte der Menschheit. Religion spricht Frauen das Recht auf körperliche Selbstbestimmung ab. Keinerlei „Errungenschaft“ der Religion rechtfertigt eine Zugehörigkeit zur selben.
Religion bekämpft Andersdenkende mit Gewalt und erlaubt gewalttätige Handlungen.
Im Namen der Religion und durch ihre Führer ermutigt, wurden Kriege geführt, Völkermord begangen, Sklaverei geduldet, Unterdrückung rechtfertigt und Gier gutgeheißen.
Religion erklärt alle Menschen, die nicht heterosexuell sind, zu „Kranken“, respektiert nicht deren Andersartigkeit.
Religion rekrutiert neue Mitglieder aus den Reihen der Kinder, lange bevor sie vielleicht imstande wären, eine kritische Haltung zu entwickeln. Kinder werden im Namen oder unter dem Deckmantel der Religion physisch und psychisch mißbraucht. Mädchen werden minderjährig und gegen ihren Willen verheiratet.
Menschen, die einer Religion angehören, verneinen den Zweifel zugunsten des Glaubens. Damit verunmöglichen sie eine Entwicklung des Geistes und des Charakters.
Religion erzeugt den Eindruck, daß es ein allwissendes und alles sehendes Wesen gibt; totale Überwachung des gesamten Lebens zu jeder Zeit. Angst und Schuldgefühle sind von daher unvermeidlich, weil niemals alle Regeln und Gebote umfassend und immerwährend eingehalten werden können.
Religion betrachtet bedrucktes Papier, Gebäck und Wein als heilig. Gewöhnliche Menschen werden zu heiligen Institutionen gemacht, die verbindliche Lebensregeln verfassen und durchsetzen, die bis in das Intimleben reichen. Nichteinhaltung wird als Sünde gebrandmarkt.
Religion verlangt, daß Menschen für sie in den Tod gehen.
Religion benutzt absurde Geschichten, die man in einem anderen Kontext sofort als Märchen bezeichnen würde, um sogenannte Wunder zu belegen, die geglaubt werden müssen.
Religion leugnet den Holocaust.
Religion ist chauvinistisch.
Religiöse Hierarchien ahmen vor-neuzeitliche, aristokratische Strukturen nach.
Sobald Religion Macht zugesprochen wird, wird sie diese umgehend zur Kontrolle von Menschen und zur ideologischen Indoktrination verwenden.
Religion gaukelt ein „Leben nach dem Tod“ und ein „Paradies“ vor und bringt Menschen somit dazu, ihr unwiederbringliches und einzigartiges Leben einer hohlen Lehre unterzuordnen und dadurch nicht voll zur Entfaltung zu bringen.
Öffentlich auftretende Vertreter von Religion sollten verlacht werden.
Besitz der Religionen sollte konfisziert, zu Geld gemacht und dieses sozialen Zwecken zur Verfügung gestellt werden. Religion erst ab 18. Keine staatliche Unterstützung für Religionen. Religion nur noch in der Privatspäre.

nacht.txt

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Prankenhiebe von allen Seiten, besonders ins Entscheidungszentrum. Seitenhiebe auf die Prankenliebe. Jegliche Rückschau ist gemachte Erinnerung. Die Verbindungsglieder brauchen Vitamin D, sind brüchig, splittern – alles ohne Demenz. Um wieviel mehr, wenn es altert und es denkt, es sei noch im Vollbesitz. Einatmen, Ausatmen, ruhig. Aufmakken, Zumakken, der Sohn übernahm die Praxis, vielleicht auch diese Praxis. Ist „es“ die richtige Methode um Abstand zu gewinnen? Waten im Rückblick abenteuerlicher Erinnerungen, damals traumatisch, aber nun im Rückblick sanft. Gefängnisinseln und SS-Kasernen, Vogel friß oder stirb. Insgeheim Besuch samtweicher Haut, kleine Brüste, aber ehrfurchtgebietend, begehrenswert – Liebeslustversagen, nicht ob fehlender Potenz (reichlich vorhanden, immernoch!), sondern wegen Andacht, Unfassbarkeit, Gottgleichheit; unverhoffter Zugriff im Bett des Freundes. Klassik bis zum Morgengrauen, seh die Sonne als Mann. Vertane Chancen, ergriffene Gelegenheit. Weiter im Strom, Lebenssaftigkeiten; Steigerung der Illusion – überhaupt ist Illusion jetzt mein Lieblingswort. Aber. Nur. Jetzt. In Berlin, in Berlin. Später dann: ein Wiedersehen. Unmittelbare hoffnungslose Verehrungsfortsetzung, mittlerweile nur noch mit Vorstellungen vom Tod zu ertragen. Thema abgehakt, neues Erinnern, Wahlfreiheit, kramen im Unrühmlichen, Sinnen, Finger an der Nasenscheidewand, Blutkuppe – seit zwei oder drei oder vier Wochen, während der Magen revoltiert. Das ist keine fucking Lyrik, das ist mein Leben und weil ich nun flach liege, muß der Bleistift ran. Penetration ist einfach nicht. Mein Ding. Das Bett als Ort der Träume, der nicht gelebten, der vorgestellten Realität. Eine von vielen. Genauso, wie Du dir dein Leben vorstellst – wovor? Es gab auch Zeiten, da habe ich die Verkrüppelten geführt, wie einen Blinden an der Schulter – falsche Busse und schräge Blicke inklusive. Jetzt jedoch rede ich zu Dir – aus der Tiefe meiner Seele schreie ich um Hilfe, vergiß mich nicht, laß mich nicht alleine im Dunklen zurück, gedenke meiner, stell‘ eine Kerze auf in Sankt Blasien, bete zu deinem Gott oder deinen Göttern. Brandopfer. Klatschen in die Hände, Verneigung. Vielleicht sollte ich Bepanthen in die Nase drücken; jetzt nur eine Tamponage aus einem Tempo. Die Wunde schließt sich, es bleibt nur Schleim übrig – wie am jüngsten Tag. Wabelnde Glibbergeleeanortung. Kein Trinkwasserschutzgebiet. Viele Kreuze, damals kamen die Staatsgäste und ich konnte es vom Wohnzimmer aus sehen. Jetzt bin ich nichts, damals das Zentrum. Draußen laufen junge Stimmen, leise, laut, leise. Ich spreche nicht durch diese Personen; ich liebe dich, spucke es in dein Gesicht und lasse lange Fäden auf dein Geschlechtsteil tropfen. Spürst du es? Wir sehen uns gemeinsam steinige Strände an. Wahrscheinlich Frankreich, aber es könnte auch der Saint Michaels Mount sein. Rostige Seewassertruhen ruhen auf braunen Rädern; Wirtschaftsgerippe und die Flaneure flanieren vorbei – lächelnd. In meinen Gedanken dauert der erste Kuß an, immer wieder. Also ist es doch eine Liebesgeschichte, sagst du, und ich schlage es Dir aus dem Kopf. Die Nacht naht, ich vergesse Wörter, greife ins Leere, ziehe mir die Decke über den Kopf. Wenn ich mitten in der Nacht. Sechs Jahre, blaues Licht und immer. Neulich jedoch, sind die Gebäude aufs Normalmaß geschrumpft.

to_whom_it_may_concern.txt

to_whom_it_may_concern.txt

Keine Menschen, selbsterhaltende Sklaven. Wenn nicht mehr konsumieren, böse werden. Keine Stimme, nur noch unartikuliertes Geblöke, Geschrei, Karikatur von Protest. Danach beruhigtes Shoppen. Freiheit heißt Freiheit im Tod. Die Kinder gepresst, dressiert, geformt, Pellets für den Wirtschaftsofen. Acht Milliarden auf dem Weg, Sonntagsbraten für alle. Was bleibt ist das weiße Blatt Papier, Werteleere, Elvis und Coca Cola in Rente, seit langem schon, Schweigen der Linken. Flagelanten prozessieren durch die Straßen, ihre prekäre Lebenssituation als Monstranz vor sich her tragen, Vergebung erflehend. Eine andere Form der Vergangenheitsverklärung. Überall Symptome, gründen nicht: wahrscheinlich: die Melodie neigt sich dem Ende, die Musiker out of sync, Schuldzuweisungen – wer hat zuerst den Takt verloren? Die Apokalypse des J. Achthirsch. Den Kindern erzählt man ja auch nicht die volle Wahrheit, könnte die Psyche beschädigen; denkt den keiner an die Kinder? Dann wiederum: Diese vitalen Ausländer! Die machen noch Nägel mit Köppen und schnackseln halt gerne. Schwachköpfe aller Länder, vereinigt euch – dann geht es wenigstens schneller. Die Zeit der streitenden Reiche, drehen im Kreis, Hamburger Dom auf Speed inklusive Vergünstigungen am Familientag, dabei sind wir doch alle eine große Familie, nech? Also doch Tee trinken, zurücklehnen, erste Reihe. Keine Verpflichtung zum Optimismus – schreibt ihr ruhig eure Fantasy-Stories. Wenn es euch gut tut. Wahrscheinlich auch eine typische 1st World Haltung, der Müllkippenbewohner hat gar keinen Tee. Der Supermarkt als gut ausgeleuchtetes Mahnmal – wer hier nicht kotzt, hat kein Herz. Schweinereien. Wer Augen hat zu sehen und Kredit. Kohle auffer Kante. Reisen bildet nicht, in Stockholm alles bargeldlos – irgendwo huschen ein paar traurige Elche rum und beleben das Stadtbild. Kotverdichter. So bekämpfe ich meine Angst. Ansehen von OP-Videos auf YouTube. Denken man weiß. Blutige Säulen verlieren tragende Elemente. Substitute. Und Narben. Sting hebt seinen moralischen Zeigefinger. Das Unwählbare wird wählbar. Viele der Wohlstandswitze sind schal, Heiterkeit aber dringend notwendig. Zerstörung als Sinn an sich, Aktionen der Sinnlosigkeit, Exportschläger, Garant für Arbeitsplätze. Binnen. Laßt uns alle Drogen aufessen, die Dealer totschlagen. Praktische Lösungen sind gefragt. It’s all too much, sitzen auf gepackten Koffern. Nach Auschwitz. Das hat nichts mit schwitzen zu tun, noch nicht mal mit Witzen. Witzchen. Geburtstagsfeier. Kuchen, Chips und Limonade. Ratgeber für mehr Selbstbewußtsein, contradictio in eo ipso. Verzweifelte Bestätigungssucht. Schlußendlich so ehrlich wie es nur ging. Was wissen die Tiere?

72—xx.txt

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Der Sinnlack in dünnen Schichten, über einem universellen, wahrhaftigen Kern. Er würde seinen netten Nachbarn erschlagen, wenn es um die letzte Dose Ravioli ging, selbst wenn er keinen Dosenöffner zur Hand hätte. Eine Berührung, ein Lächeln, Zuwendung, Austausch – die wahren Kostbarkeiten jenseits der Speisekarte beim Chinesen. Er lernt: die komplexen Aufsätze sind immer in Bewegung; werden neu verhandelt. Das, was er für sicher hielt, ist nur eine Vorstellung von einer Übereinkunft. Die Tür zum Bad steht offen, schlurfen, tapsen; Ikea Pantoffeln, für Family-Mitglieder günstiger, erster Luxus, warmes Wasser, Hände, Gesicht, Achselhöhlen, er läßt das Waschstück schäumen, Ph-neutral, dermatologisch getestet. Zwischen den Beinen – hoffentlich, denkt er, kann ich bald mal wieder duschen. Eigentlich sollte man auch jedes mal. Seide. Zahnseide? Was für eine merkwürdige Benamung. Zweiter Luxus, Wechselstrom, hat nur auf ihn gewartet, in der Dose. Rasierer raspelt, Bruchstücke landen im Waschbecken. Ankleiden. Mittlerweile Cyborg, Teile, die im Krematorium übrig bleiben, obwohl: er möchte gerne seinen Leib der Wissenschaft vermachen; zuerst die Füße, dann die Beine, Rumpf und endlich der Kopf. Caput draconis. Junge Menschen wühlen in seinen Eingeweiden. Irgendwann lässt er sich „Ich war einst so wie Du!“ stechen. Memento mori, bevor du dich im Golfclub anmeldest, Schönling. Soll ich Werbung für Hamburg machen? Lokalkolorit, der große Hamburg-Roman? Hamburg, Gänsemarkt? Tricks, damit der Leser bei der Stange bleibt. Aber kaum passt man mal nicht auf, ist er schon losgelaufen; up, up and away! Die Straße runter, nichts zu suchen war mein Sinn, S-Bahn Monatskarte. Die Stadt rutscht vorbei, drei Stationen, jeden Tag tausende Menschen, der HVV will führerlose S-Bahnen einführen. In Kopenhagen hält der Zug punktgenau. Er taucht ein, Anonymität, keinen kratzt es, Sala fisten. Der Mann kreuzt wie ein Geleitzug durch das wogende, stauende, sich teilende und hinter dem Pharao schließende Rote Meer. Full speed ahead. Die Listen sind abgearbeitet, keine Punkte markieren die Stelle, weiße Flecken, Karte, Amundsen, Cortez, Magellan und er, alle arbeitslos. Tausende Touristen torkeln töricht umher, sehen die Stadt durch Displays. Du schließt den BH, schlüpfst in Schlüpfer. Kaffee, Frühstücksfernsehen, Brötchen mit Käse und Marmelade. Draußen Wiesen und Äcker, Braunvieh, nichts geht über Bärenmarke zum. Ich bin mir sicher, dass es nicht wichtig ist; bist du klein oder groß, dick oder dünn, klug oder dumm? Zum telefonieren reicht es, piep piep, flugs verbindet sich die Luftlinie, er greift in seine Tasche. Du sprichst bedächtig, die weichen Fasern werden mit der Zunge am Gaumen zerdrückt, bis der Saft austritt. Alles ist Ausdruck, Wort, Schilderung – es gibt keine Entsprechung dafür in der sogenannten realen Welt. Er sagt, du sagst, sagen sagt, langsam nähert er sich dem Wasser. Er zahlt, redet weiter, sitzt dem See auf, flüstert, du raunst, die Wellen schlagen leise ans Boot, im Winter Eis, knackend. tempus fugit. Hier ist er erregt, kommt ans Limit. In einer Bunkeranlage probt eine Band. Nichts verbotenes, trotzdem schlechtes Gewissen. Federvieh flaniert vorbei. Du malst in dunklen Farben deine Einsamkeit, der Sendemast dein Pinsel. Die Bergbewohner sind verschlossen, katholisch, cremefarben. Du bäumst, stellst, hältst. Dagegen. Ich sehe unauffällige Business-Kleidung, könnte aber auch eine Jeans sein. Und überraschenderweise einige Alleinerziehende. Viele haben es satt, viele sind dumm, viele haben schlechte Zähne, brausen auf, unterdenken und haben doch. Im hintersten Winkel. Es ist Nacht, er liegt zwischen Pizzakartons und atmet Hopfen und Malz aus, die Preußen kommen nicht. Du versuchst dein Lebenswerk zusammen zu halten. Neutrales Geld macht die Runde, immer wieder hält es bei dir, man muss ja sehen, wo man bleibt. Und irgendwo in der Ferne regnet grundlos. Feuer. Kinder.

58_61.txt

58_61.txt

Nicht mehr hier und da, sondern nur noch jetzt. Grabenkrieg, es regnen die Granaten, Schrapnell schnell schnellend, zerfetzen Mark und Bein. Im Spiegel ein Fremder, nicht in der Lage, andere anzusehen. Jetzt wäre die Saison der niederen Instinkte – beißen, saugen, drücken, schlagen, schieben und durch nichts, zu, auf, spreizen, dehnen – Die Beziehung zum Leben, masochistisch, 10000, zehntausend Stunden, sagt der Taxifahrer, Glück. Ansonsten sorgen, Krankheit, Alter, Tod, Gebrechen. Wir alle, wie von Säure bespritzt, getauft, schon vor Jahren, kurz nach der Geburt, der Priester ein Vorgänger, die Eltern selbstsüchtig, bedeutungsgeil; dabei gab es schon Verhütungsmittel. Wie viel zählt dann die Liebe, das “heile, heile, Gänschen“, Schokoladeneis? Flatulenzweltmeisterschaften. Ergüsse, des sich windenden, schwindenden?, Geistes – Schuldzuweisungen, Selbsthass, selbstgefällig, Selbstmitleid. Orientierung an den Stars, als ob die es besser gewußt hätten. Mit dem Tandem nach Hamburg -denkbar, aber ängstlich – lächerlich, Verlust, Ausgeliefertsein. Martin Heidegger war ein Nazi. Jetzt habe ich es auch einmal geschrieben. Vollkornbrot mit Schinken. Die Gnade der freien Ernährung. Die Gnade der freien Ernährung. Die Gnade der freien Ernährung. Supermarktregalinhaltoverkill. Irgendwo fließt ein Bach, ein Strom, kaltes, klares, Steine mit langen grünen Haaren, Geräusche, Lungenbalsam, Fernigkeit. Weggehen, sich zurückändern, ziehen lassen, Risiken, eingehen. Einhergehend: Konzentration und Bescheidenheit? Wolkenkuckuck. Ich gehe schwanger, mitsamt Morgenübelkeit. Warum suchst du nach Struktur, hörst du nicht die feuernden Neuronen? Konventionenkonzert. Vorfreudentanz á la ugandaise. Im Bauch von Krokodilen sammeln sich abweichende Ideen; später ratloses Erstaunen involvierter Zeitzeugen. Heute nicht anders, gleich bleibend, Konstante. Du ruderst in langen Zügen, die Landschaft fliegt vorbei und du stehst am Ufer, hältst dich an bekannten Pollern fest, während ich im Bett liege und schreibe. Auf den Wellen, große Wildheit, zweite Häute. Strandleben, das Schwert der Rückkehr, Umkehr, schwebt über deinem Kopf – aber der Sonnenuntergang entschädigt noch dafür. Ich liege im Bett und schreibe. Wie gern würde ich in langsamen, ausholend, schlangenartig, biegsamen, getakteten, in deinen feuchten Schoß. Dabei denke ich immer an Salzstangen, achtlos zerdrückt von kleinen Kinderhänden. Doch das ist ich. Ich schlaflose Nächte durch. Du kannst im stehen pinkeln, du auch, du nicht. Weit entfernt, irgendwo in Flandern, kauernd im Schützengraben, Trenchcoat, Armbanduhr, Zeit zum Angriff. Garbengaben. Fiel Feind, fiel er. Inmitten des Geschreis, der Toten im Matsch, der Verwundeten: es erscheint der kleinste gemeinsame Nenner. KgN schreitet übers Feld, alle jubeln ihm zu, wollen ihn berühren, wie eine Hostie, Sakrament, Eucharistie. KgN segnet seine Kinder, die seine Erschaffer sind. KgN tröstet, den Rucksack prall gefüllt mit leeren Versprechungen. Weihnachtswunder.