Es ist Donnerstag, irgendwann abends.

Aus den Lautsprechern ertönt Musik, der Algorithmus hat für mich aus einer großen Datensammlung sich vermeintlich gleichende Stücke ausgewählt, um mir meine Zeit zu vertreiben. Während ich auf der Tastatur des mittlerweile veraltetem tragbaren Computers schreibe, atmen mit mir acht Milliarden Menschen ein und aus. Das Supermarktsortiment ist intakt, ich habe es vor kurzem noch überprüft. Kleidung umhüllt meinen Körper, mein Bauch ist gefüllt mit hochwertiger, nährstoffreicher, nicht toxischer Nahrung. Keiner muss etwas essen, daß ihm nicht schmeckt. Langsam wird es draußen dunkel und künstliches Licht erhellt die Umgebung in der ich mich befinde. Es liegt immer Strom an in den Steckdosen, ich brauche nur einen Verbraucher einzustecken und er verbraucht Energie. Brauchbar. Rings um mich herum Mobilität. Mit meiner Kreditkarte könnte ich mir jetzt eine Taxifahrt zum Flughafen kaufen, dort ein Flugticket irgendwohin und ich wäre in einer gegebenen Zeit woanders auf diesem Planeten. Kein Traum, sondern Realität. Ich kann jetzt auch eine Suche im Internet anstoßen über Menschen, die auf und von Müllhalden leben. Ungefähr 59.900 Ergebnisse (0,26 Sekunden). Heute abend werde ich wieder in einem Bett schlafen und in mein Kopfkissen sabbern. Wahrscheinlich werde ich morgen nicht in einer Diktatur aufwachen oder vor einem Bürgerkrieg flüchten müssen. Wenn ich jetzt sterben würde, sagen wir mal an einem Herzinfarkt, würde die Musik sehr lange weiterspielen, während sich mein Körper langsam zersetzt. Doch bis dahin vertreiben wir uns noch ein wenig die Zeit und hoffen; die einen mehr, die anderen weniger. Ich schreibe und zeichne. Und es interessiert mich nicht, was Sie so machen, während Sie auf den Tod warten.